13.04.2021

Der Unbesiegbare

Angetrieben wird das 2,3 Tonnen schwere Gefährt von einem 4-Zylinder-Dieselmotor mit 2,8 Litern Hubraum. Bilder: PD
Mit 9,7 Litern ist der Verbrauch beim Hilux höher als bei einem modernen SUV.
Der Hilux ist ein Arbeitstier, kein Familienauto. Das merkt man auch im Innenraum.

Angetrieben wird das 2,3 Tonnen schwere Gefährt von einem 4-Zylinder-Dieselmotor mit 2,8 Litern Hubraum. Bilder: PD

Angetrieben wird das 2,3 Tonnen schwere Gefährt von einem 4-Zylinder-Dieselmotor mit 2,8 Litern Hubraum. Bilder: PD
Mit 9,7 Litern ist der Verbrauch beim Hilux höher als bei einem modernen SUV.
Der Hilux ist ein Arbeitstier, kein Familienauto. Das merkt man auch im Innenraum.

Mit 9,7 Litern ist der Verbrauch beim Hilux höher als bei einem modernen SUV.

Angetrieben wird das 2,3 Tonnen schwere Gefährt von einem 4-Zylinder-Dieselmotor mit 2,8 Litern Hubraum. Bilder: PD
Mit 9,7 Litern ist der Verbrauch beim Hilux höher als bei einem modernen SUV.
Der Hilux ist ein Arbeitstier, kein Familienauto. Das merkt man auch im Innenraum.

Der Hilux ist ein Arbeitstier, kein Familienauto. Das merkt man auch im Innenraum.

Der Toyota Hilux wurde überarbeitet und soll damit auch alltagstauglicher werden. Im Grunde bleibt er aber ein ehrliches Arbeitstier, wenn auch mit einem Verbrauch, der heute eher kritisch betrachtet wird.

Ein Pick-up soll natürlich in erster Linie ein Arbeitsgerät sein. Da macht auch der absolute Klassiker in diesem Segment keine Ausnahme: Der Toyota Hilux ist gebaut für grosse Aufgaben. Er darf bis zu 3,5 Tonnen Anhängelast bewegen, auf seiner Ladefläche und in der geräumigen Doppelkabine sind bis zu 1295 Kilogramm zugelassen, ohne den Pick-up zu überladen. Das ist umso beeindruckender, weil der Hilux robust genug ist, um mit dieser Beladung auch über Stock und Stein zu fahren, was die Belastung auf alle Komponenten nochmals erhöht. 

Doch genau deswegen hat der Pick-up von Toyota schliesslich auch einen Legendenstatus erlangt: Er gilt als schlichtweg unzerstörbar – was die britische Kult-Autosendung «Top Gear» bewiesen hat. Dort wurde ein älteres Hilux-Modell allen erdenklichen Qualen ausgesetzt: Der Wagen wurde in die Flut gestellt, angezündet, gegen Mauern gefahren und auf ein einstürzendes Hochhaus gestellt. Nach ein paar Minuten mit Hammer und Schraubenschlüssel sprang der Motor immer wieder an. Wohl auch angelehnt an die kultige TV-Folge, legt Toyota den Hilux nun als Sondermodell Invincible (unbesiegbar) auf. 

Wie es sich für den Pick-up-Klassiker, den es seit 1968 gibt, gehört, setzt der Japaner auch weiterhin auf die altbewährte Konstruktion mit einem Leiterrahmen und einer blattgefederten, starren Hinterachse. Der Hilux ist eben auch in der auf private Kunden mit «Lifestyle-Anspruch» ausgerichteten Sonderauflage kein weichgespültes SUV für die Stadt, sondern weiterhin ein Arbeiter fürs Grobe. Das merkt man vor allem, wenn man ohne Beladung auf etwas schlechteren Strassen unterwegs ist. Unebenheiten und Bodenwellen bringen den Wagen spürbar ins Zittern, und da die Hinterachse kaum belastet ist, bügelt die Federung Unebenheiten nur mässig gut weg. Ein klares Zeichen der Unterforderung: Schon mit rund 250 Kilogramm Last auf der Ladefläche (mehr gab es während des Tests für den Hilux leider nicht zu tun) wirkt die Federung deutlich harmonischer. 

Auch die grosszügige Bodenfreiheit macht den Hilux im Alltag nicht gerade flinker; abseits befestigter Strassen gibt es dafür kaum Grenzen. Der Allradantrieb lässt sich manuell zuschalten, genauso die Getriebeuntersetzung für besonders knifflige Passagen.

 

Rau, aber kraftvoll

Angetrieben wird der 2,3 Tonnen schwere Pick-up von einem 4-Zylinder-Dieselmotor mit satten 2,8 Litern Hubraum und Turboaufladung. Ein Motor, wie es ihn in herkömmlichen Personenwagen eigentlich nicht mehr gibt. Schon beim Start gibt der Selbstzünder zu verstehen, dass es hier nicht um feine Töne und gute Manieren geht, sondern um zweckmässigen, starken und zuverlässigen Vortrieb. Mit 204 PS und 6-Gang-Automatik wird der Hilux selbstverständlich nicht zum Sprinttalent. Dafür gibt er seinem Fahrer mit 500 Nm Drehmoment das Gefühl, dass auch harte Steigungen und schwere Anhängelasten zuverlässig ans Ziel kommen. Dass der Motor dabei lauter brummt und stärker vibriert, als man es von normalen Personenwagen kennt, wirkt eher sympathisch als störend. Der Verbrauch ist mit 9,7 l/100 km im Test zwar höher als bei einem modernen SUV, aber gemessen an den Talenten durchaus angemessen; auch das gehört nun mal zum robusten Pick-up. Denn wer sich einen Hilux kauft – sei es als Arbeitsgerät für Gartenbau, Schreinerei oder Gebäudeunterhalt oder als Hobbyauto mit Platz für Fahrräder, Skiausrüstung und so weiter –, muss genau dieses raue Gefühl mögen, welches der Pick-up vermittelt. Mit einer Länge von 5,33 Metern ist der Hilux eher auf dem Land als in der Stadt zu Hause, bietet dafür aber in der Variante mit Doppelkabine auch Platz für bis zu fünf Personen und eine 1,52 Meter lange Ladefläche mit massiven Ösen zur Ladungssicherung. Der Invincible mit umfangreicher Ausstattung gibt’s ab 52 800 Franken. Das Grundmodell mit Hinterradantrieb startet schon bei 28 600 Franken.  

Philipp Aeberli