19.04.2021

Update für die E-Raubkatze

An einer Wallbox kann der i-Pace neu pro Stunde zu Hause Strom für 53 anstatt wie bisher für 35 Kilometer laden. Bilder: PD
Optisch wurde am SUV-Coupé wenig geändert.
Neu ist auch das Infotainment-System Pivi Pro.

An einer Wallbox kann der i-Pace neu pro Stunde zu Hause Strom für 53 anstatt wie bisher für 35 Kilometer laden. Bilder: PD

An einer Wallbox kann der i-Pace neu pro Stunde zu Hause Strom für 53 anstatt wie bisher für 35 Kilometer laden. Bilder: PD
Optisch wurde am SUV-Coupé wenig geändert.
Neu ist auch das Infotainment-System Pivi Pro.

Optisch wurde am SUV-Coupé wenig geändert.

An einer Wallbox kann der i-Pace neu pro Stunde zu Hause Strom für 53 anstatt wie bisher für 35 Kilometer laden. Bilder: PD
Optisch wurde am SUV-Coupé wenig geändert.
Neu ist auch das Infotainment-System Pivi Pro.

Neu ist auch das Infotainment-System Pivi Pro.

Mit dem i-Pace hat Jaguar 2018 überrascht: Der Stromer war ein Auto, das man so von der Marke nicht erwartet hätte – und auch kaum Konkurrenz hatte. Das ist nun anders, weshalb die Briten dem i-Pace eine Überarbeitung gönnen.

Mit dem i-Pace war Jaguar früh dran. Abgesehen vom Tesla Model X gab es noch keine elektrischen SUV. Doch in der Zwischenzeit mussten fast alle Hersteller ihr Angebot an E-Autos aufstocken – und setzten dabei vor allem auf die beliebte SUV-Bauform; vor allem auch im höheren Preissegment, wo der i-Pace mit einem Grundpreis von 86 500 Franken spielt. Mit dem Audi e-tron und dem EQC von Mercedes hat der Brite Konkurrenz bekommen. Die Modellpflege macht also durchaus Sinn; denn sie setzt an den richtigen Stellen an, ohne das stimmige Konzept des i-Pace radikal zu verändern. 

Optisch gab es am schicken SUV-Coupé wenig zu tun; so unterscheidet sich die Modellpflege für das aktuelle Modelljahr äusserlich nur marginal von der Ausgangsbasis; zum Beispiel am neu gestalteten Kühlergrill. Die flache Silhouette mit fliessender Form gefällt auch nach drei Jahren noch. 

Auch das Interieur wurde nur im Detail überarbeitet. So lässt sich die Rückbank nun dreiteilig umklappen, wodurch der Kofferraum (656 bis 1453 Liter) flexibler nutzbar wird. Eine Überarbeitung gab es auch für das optionale Meridian 3D-Soundsystem, das dank zusätzlicher Lautsprecher im Dachhimmel für noch mehr Klangerlebnis sorgt. Zudem hat Jaguar die Klimaanlage mit einem Hepa-Filter versehen, der die Luft auf Knopfdruck klinisch rein filtert und auch feinste Partikel von den Insassen fernhält.

Wichtigste Neuerung im Innenraum ist aber das neue Infotainment-System Pivi Pro, das Jaguar im neuen i-Pace zum ersten Mal einsetzt. Das System lehnt sich in seiner Bedienlogik an aktuelle Smartphones an. Der Touchscreen startet schnell auf, reagiert unverzüglich auf Eingaben und wirkt übersichtlich und leicht bedienbar; das ist ein echter Fortschritt zum Vorgänger – vor allem auch, weil das System per Mobilfunknetz Updates empfangen kann. Die Internetverbindung nutzt das System auch für aktuelle Infos zu Verkehr, Infos zu Ladestationen und auch zum Musik-Streaming. 

Praktisch für die Reise mit dem E-Auto ist der Routenplaner, der Ladestopps automatisch einplant – und gleichzeitig auch anzeigt, ob die Ladestationen verfügbar sind, wie vor Ort bezahlt werden kann, mit welchem Akkustand man dort ankommen wird – und wie viel Strom man zum Erreichen des Ziels laden sollte.

 

Gesitteter Gleiter

Als Langstrecken-Fahrzeug taugt der i-Pace auf jeden Fall. Schon ab dem ersten Meter fällt auf, wie leise der Jaguar im Innenraum ist. Vom E-Antrieb ist kaum etwas zu hören, und auch Wind- und Abrollgeräusche bleiben dank doppeltem Isolierglas angenehm dezent. So lässt es sich auch auf langen Strecken gut aushalten, zumal die leicht erhöhte Sitzposition perfekt einstellbar ist und der Innenraum dank grossflächigen Scheiben und Glasdach angenehm hell wirkt. Nur nach hinten ist der Überblick aufgrund der abfallenden Dachlinie eingeschränkt; der Innenspiegel, der auf Wunsch das Bild der Kamera am Heck anzeigt, kann das aber ausgleichen.

 

Mit einem Testverbrauch von 21,2   kWh/

100 km hält sich der Brite an die Werksangabe; die Reichweite liegt damit bei knapp 400 Kilometern. Auf Langstrecken, wo man die Batterie an der Schnellladestation nur bis 80 Prozent lädt, da das Laden danach stark verlangsamt wird, darf man aufgrund des höheren Verbrauchs auf der Autobahn mit noch rund 280 Kilometern rechnen – und muss damit alle zweieinhalb bis drei Stunden eine Pause einlegen. 

An einer Gleichstrom-Schnellladestation mit 100 kW ist der Akku nach spätestens 45 Minuten wieder zu 80 Prozent voll. An Wechselstrom-Ladestationen, wie man sie zu Hause als Wallbox montiert, oder an vielen öffentlichen Orten findet, kann der i-Pace nun mit bis zu 11 kW laden (bisher 7 kW), wodurch pro Stunde Strom für 53 Kilometer (bisher 35 km) in den Akku kommt. 

Die jüngste Überarbeitung tut dem i-Pace also durchaus gut – und macht das durchdachte Gesamtkonzept des Autos noch besser nutzbar. Mit mindestens 86 500 Franken ist der i-Pace zwar kein Schnäppchen; mit Blick auf die neuen Konkurrenten ist dieser Preis aber durchaus fair.

Philipp Aeberli