07.12.2020

Sechs Athletinnen für vier Plätze

Ruderten an der EM im polnischen Poznań auf Rang 6 (v. r. n. l.): Schlagfrau Pascale Walker (Ruderclub Zürich), Lisa Lötscher (Seeclub Luzern), Ella von der Schulenburg (Seeclub Küsnacht ZH) und Salome Ulrich (Seeclub Luzern). Es fehlen auf dem Bild Fabienne Schweizer (Seeclub Luzern) und Célia Dubré (Club d’Aviron Vésenaz). Bild: Detlev Seyb

Ruderten an der EM im polnischen Poznań auf Rang 6 (v. r. n. l.): Schlagfrau Pascale Walker (Ruderclub Zürich), Lisa Lötscher (Seeclub Luzern), Ella von der Schulenburg (Seeclub Küsnacht ZH) und Salome Ulrich (Seeclub Luzern). Es fehlen auf dem Bild Fabienne Schweizer (Seeclub Luzern) und Célia Dubré (Club d’Aviron Vésenaz). Bild: Detlev Seyb

Drei Luzernerinnen kämpfen mit drei weiteren Ruderinnen um die Qualifikation für die Weltmeisterschaften im Doppelvierer. Die Teamkolleginnen sind gleichzeitig auch Gegnerinnen, denn Platz im Boot haben nur vier.

Es ist momentan kalt, richtig kalt. Wenn sich andere morgens dick eingepackt auf den Weg Richtung Arbeit machen, starten Pascale Walker, Ella von der Schulenburg, Fabienne Schweizer und Lisa Lötscher mit dem Rudertraining. Jeweils von Mittwoch bis Sonntag trainieren sie gemeinsam in Sarnen. Die Fünfte im Bunde, Salome Ulrich, stösst jeweils am Freitag zum Team. Die 20-Jährige ist seit Oktober in der Spitzensport-RS in Magglingen. Neben Fabienne Schweizer und Lisa Lötscher ist sie die Dritte, die ihre Wurzeln beim Seeclub Luzern hat.

«Ein Morgenmensch bin ich ganz sicher nicht», meint die 22-jährige Ella von der Schulenburg des SC Küsnacht ZH, und auch die anderen haben jeweils eher etwas Mühe, morgens aus dem Bett zu kommen. Doch die fünf tun, was nötig ist, um ihre hohen Ziele zu erreichen. Wenn dies bedeutet, bei Schnee und Kälte auf dem Wasser zu sein, dann tun sie auch das.

 

Die WM als Zwischenziel

Ihr mittelfristiges Ziel sind die Weltmeisterschaften im Oktober 2021 in Schanghai. Nach der Qualifikation für den A-Final an den Europameisterschaften in Poznań (Polen) im vergangenen Sommer scheint aber auch eine Qualifikation für die Olympischen Spiele in Tokio 2021 nicht ausser Reichweite zu sein. «Vor der EM hätten wir eine Teilnahme in Tokio vielleicht noch nicht für realistisch gehalten, aber nun wissen wir, dass dies durchaus möglich ist», sagt Salome Ulrich. Die Qualifikationsrennen dafür finden im kommenden Mai statt. 

Das Hauptziel der fünf jungen Frauen bilden jedoch die Olympischen Spiele in Paris 2024. «Dort wollen wir eine Medaille gewinnen», erklärt Lisa Lötscher. Die Immobilienbewirtschafterin wird Ende Jahr ihr Arbeitspensum auf 40 Prozent reduzieren, um sich noch mehr auf den Sport fokussieren zu können. Doch muss sich die 20-Jährige als eine der jüngeren Athletinnen noch etwas zurückhalten. Während Pascale Walker (25) und Fabienne Schweizer (23) rund 22 Stunden pro Woche trainieren und sich Ella von der Schulenburg aktuell von einer Rippenverletzung erholt, trainieren auch die beiden 20-jährigen Lisa Lötscher und Salome Ulrich noch reduzierte Umfänge, um dem Körper nicht zu früh zu viel zuzumuten. Auch die sechste Kandidatin für einen Platz im Doppelvierer, Célia Dupré (19), trainiert noch nicht immer mit den Älteren mit.

 

Ab in die Backstube

Um die Vorbereitung auf die WM-Teilnahme finanzieren zu können, haben die fünf Mitte November bei der Crowdfunding-Plattform «I Believe in You» ein Unterstützungsprojekt eingegeben. Ihre Zielsumme von 20 000 Franken haben sie bereits einen Monat vor Ablauf der Frist erreicht. Das Geld wird unter anderem in Trainingsequipment, Verletzungsprävention und Mentaltraining investiert. «Die 20 000 Franken finanzieren uns noch keine Saison, deshalb freuen wir uns auch, wenn weitergespendet wird, auch wenn wir das Ziel bereits erreicht haben», betont Fabienne Schweizer, die 2016 mit dem Leichtgewichtsdoppelvierer Vizeweltmeisterin wurde. Und es gibt auch eine Gegenleistung: Wer 20 Franken spendet, erhält beispielsweise eine Postkarte, bei 100 Franken gibt es eine süsse, bei 250 eine blumige Überraschung. Mittlerweile haben über 90 Personen gespendet. Die fünf erwarten nun also einige Stunden in der Backstube und beim Blumenbinden. «Nun sind es etwas viele Leute, aber wir backen auch sonst hin und wieder zusammen, deshalb ist das eine gute Sache», sagt die Backspezialistin unter den Ruderinnen, Fabienne Schweizer. Floristin Pascale Walker wird für die Blumen zuständig sein.

 

Das beste Boot für die Schweiz

Die fünf verfügen über einen guten Teamgeist, auch wenn alle wissen, dass es nicht jede ins Boot schaffen wird. «Wir müssen als Team arbeiten, aber trotzdem individuell stärker werden», sagt Lisa Lötscher. «Mir ist es wichtig, dass wir an der WM das bestmögliche Boot am Start haben. Sind vier andere besser, wird mich das schmerzen, aber das muss man akzeptieren können, so ist der Sport», sagt Salome Ulrich. 

Dies ist die Professionalität, die ihre Trainerin Anne-Marie Howald am noch jungen Team schätzt. «Es ist eine sehr dynamische Truppe, die untereinander sehr tolerant und pragmatisch ist», sagt Howald. «Sie wissen, es ist kein Spielplatz. Für eigene Befindlichkeiten bleibt hier kein Raum. Sie wissen auch, dass sie gemeinsam schneller werden können», findet Howald klare Worte. Gemäss der Trainerin braucht es noch einiges, damit die fünf jungen Frauen ihre hohen Ziele erreichen können. «Sie müssen physisch stärker werden und sich selbst jeden Tag aufs Neue schlagen, um weiterzukommen.» Gelinge dies, sei vieles möglich.

Marcel Habegger

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