Schärer Linder

10.01.2021

Deutlicher Schülerzuwachs

Das eine Modul wird beim Schulhaus Moosmatt auf den Rasenplatz zu stehen kommen. Bild: Bruno Gisi

Das eine Modul wird beim Schulhaus Moosmatt auf den Rasenplatz zu stehen kommen. Bild: Bruno Gisi

Die Stadt Luzern bereitet sich auf eine deutliche Schülerzunahme bis ins Jahr 2027 vor. Temporäre Engpässe sollen mit Modulbauten überbrückt werden.

Die verlässlichen Zahlen bei den Prognosen der Schülerzahlen haben sich bisher auf fünf Jahre beschränkt. Die Stadt Luzern hat nun erstmals vertiefte Untersuchungen in Auftrag gegeben, damit die mittelfristige Schulplanung verlässlicher wird. «In der Vergangenheit wurden wir beispielsweise in einzelnen Quartieren vom Generationenwechsel überrascht», sagte die Luzerner Baudirektorin Manuela Jost am Freitag an einer Medienkonferenz.

Die neuen Erkenntnisse prognostizieren mittelfristig in einzelnen Stadtgebieten einen deutlichen Anstieg der Schülerzahlen. Im Stadtbereich Südost, zu dem neben Moosmatt auch die Schulen Geissenstein, Wartegg/Tribschen und Hubelmatt gehören, wird in den nächsten acht Jahren beispielsweise ein Zuwachs von 21 Schulklassen erwartet. Deshalb ist vorgesehen, auf der Schulanlage Moosmatt einen Neubau zu erstellen und das Schulhaus Hubelmatt West, das bisher an den Kanton vermietet wurde, für die städtischen Schulen zu nutzen. Beim Schulhaus Hubelmatt soll zudem eine neue Turnhalle gebaut werden. Parallel dazu werden die Schulanlagen Wartegg/Tribschen und Hubelmatt saniert und angepasst. 

 

Kanton muss Lösung suchen

Im Stadtbereich Nord kann der leichte zusätzliche Raumbedarf mit dem Erweiterungsbau beim Schulhaus St. Karli, der Nutzung des Schulhauses Pestalozzi, das bisher an den Kanton Luzern vermietet war, sowie mit den Sanierungen der Schulhäuser Steinhof und Säli langfristig gedeckt werden. 

Der Kanton wird also einigen Schulraum wieder an die Stadt abtreten müssen. Wie er auf diesen Engpass reagieren wird, ist gemäss Yasmin Kunz, Leiterin Kommunikation beim Finanzdepartement des Kantons Luzern, noch nicht klar. «Wir suchen gemeinsam mit der Stadt nach Nachfolgelösungen. Wir hoffen, dass wir im Frühjahr sagen können, wie diese aussehen werden.»

Mit Blick auf Littau und Reussbühl, wo gerade im Bereich Kindergarten und Sekundarstufe eine deutliche Zunahme erwartet wird (plus fünf bzw. plus vier Klassen), hat die Schulraumplanung bestätigt, dass mit den Sanierungen und Erweiterungen der Schulhäuser Littau Dorf, Rönnimoos und Ruopigen genügend Schulraum bereitgestellt werden kann.
Im Jahr 2020 hat das Investitionsvolumen mit rund 45 Millionen Franken einen vorläufigen Höhepunkt erreicht. Bis zirka 2025 dürfte die Schulraumoffensive zu jährlichen Investitionen von mehr als 40 Millionen Franken führen. Anschliessend wird sich der Investitionsbedarf gemäss der Stadt bis 2045 durchschnittlich bei 20 bis 25 Millionen Franken bewegen. 

 

Module für drei Standorte

Um bei den Sanierungen von Schulgebäuden eine Ausweichmöglichkeit zu haben, aber auch um kurzfristig mehr Schülerinnen und Schüler unterrichten oder betreuen zu können, will der Stadtrat drei zusätzliche zweigeschossige Holzmodulbauten kaufen. Der Grosse Stadtrat hat 2020 bereits zwei Module für den Ersatz des Pavillons 99 auf der Schulanlage Ruopigen bewilligt. Die sogenannten Luzerner Module können flexibel zusammengesetzt und nacheinander an verschiedenen Standorten eingesetzt werden. 

Ein Luzerner Modul soll 2022 bis 2026 bei der Schulanlage Moosmatt während der Gesamtsanierung und Erweiterung des Hauptgebäudes eingesetzt werden. Für dessen Bau und die anschliessende Verschiebung zum Schulhaus Säli beantragt der Stadtrat einen Sonderkredit von 5,20 Millionen Franken. Wegen steigender Schülerzahlen und einer Fassadensanierung braucht es von 2022 bis 2027 auch bei der Schulanlage Wartegg/Tribschen einen Modulbau. Dessen Bau und die spätere Verschiebung zum Kindergarten Udelboden kostet 5,28 Millionen Franken. Der dritte Modulbau wird ebenfalls wegen steigender Schülerzahlen und des dadurch nötigen Ausbaus des Betreuungsangebots von 2022 bis 2034 bei der Schulanlage Felsberg realisiert. Dafür beantragt der Stadtrat beim Parlament einen Sonderkredit von 4,35 Millionen Franken.

Am 4. März soll der Grosse Stadtrat über die geplanten Investitionen entscheiden. Mit der Erstellung der Modulbauten möchte die Stadt im September beginnen. Am 22. August 2022 soll dann der Schulbetrieb in den Modulbauten aufgenommen werden können.

Marcel Habegger/PD