Maximale Flexibilität im kompakten SUV

Verbrenner, Plug-in-Hybrid oder batteriebetrieben bzw. elektrisch: Wer einen BMW X1 kauft, hat die volle Auswahl. Nach den ersten Test­fahrten vergleichen wir Benziner und Elektroversion.

Ein Blick ins Cockpit ...

Ein Blick ins Cockpit ...

Der X1er ist sowohl in der Länge in der Breite etwas gewachsen. Bilder: PD

Der X1er ist sowohl in der Länge in der Breite etwas gewachsen. Bilder: PD

.... und in die zweite Reihe.

.... und in die zweite Reihe.

Die Autowelt ist im Wandel. Der Wechsel hin zu elektrischen Antrieben ist eine beschlossene Sache. Die Frage ist nur: Wie schnell geht der Wechsel vonstatten? Das hängt einerseits von den gesetzlichen Vorgaben ab – ab 2035 dürfen in der EU keine neuen Autos mit Verbrennungsmotor mehr verkauft werden. Wie sich die ­Verkaufszahlen andererseits bis dahin entwickeln werden, ist aber nur schwer vorauszusehen. Deshalb hat sich BMW für die Strategie entschieden, den Kunden die freie Wahl zu lassen. Die neuen Modelle werden, soweit technisch möglich, sowohl mit «klassischen» Verbrennungsantrieben als auch in elektrifizierten Versionen angeboten. Ein gutes Beispiel dafür ist der neue X1. Mit der dritten Generation des Kompakt-SUV setzt BMW diese Strategie nämlich komplett um – und lässt den Kunden die Wahl: Von Benzin- und Dieselmotoren, die lediglich über eine sanfte Mildhybridunterstützung verfügen, über zwei Plug-in-Hybrid-Versionen bis hin zum rein elektrischen iX1 ist alles im ­Angebot. An Karosserie und Innenraum ändert sich dabei so gut wie nichts.

Die neueste Generation des BMW X1 nimmt dabei die Eigenschaften auf, welche das SUV-Einstiegsmodell der Marke bislang beliebt machten, und bringt sie auf eine nächste Stufe. So ist der Bayer in allen Dimensionen leicht gewachsen; in der Länge legt er um 53 mm auf 4,50 Meter zu, in der Breite um 24 mm auf 1,85 Meter. Vor allem aber sorgen ein um 22 mm verlängerter Radstand und 44 mm mehr Höhe für ein spürbar grosszügigeres Raumangebot. Auch beim ­Design macht der X1 durch die neuen Proportionen einen Sprung nach vorne; er gliedert sich nun besser in das SUV-Programm der Marke ein und wirkt etwas bulliger als der Vorgänger – ganz unabhängig davon, wie der X1 angetrieben wird. Um einen Eindruck über die Vielfalt des Antriebsangebots zu erhalten, vergleichen wir die beiden extremen Enden der Modell­palette: den vorläufig stärksten Benziner xDrive 23i und die einzige Elektroversion, den iX1.

Der Benziner verfügt über einen 2-Liter-Turbomotor mit Mildhybridsystem und kommt so auf 204 PS und 320 Nm Drehmoment. Eine 7-Gang-Doppelkupplungs-Automatik sowie der elektronisch geregelte Allradantrieb sind serienmässig, womit der knapp 1,7 Tonnen schwere X1 anständig motorisiert wirkt. Der Vier­zylinder gibt sich im alltäglichen Fahr­betrieb zurückhaltend und macht weder durch Geräusche noch durch Vibrationen auf sich aufmerksam, was den Benziner zur angenehmen Motorisierung macht, zumal er seine Leistung gleichmässig und ohne Verzögerung abliefert.

Gediegener Stromer

Doch: Das Bessere ist bekanntlich des Guten Feind. Wenn es um die Laufkultur geht, sind E-Antriebe schwer zu übertreffen. Hier bildet auch der BMW iX1 keine Ausnahme. Dank je einem E-Motor pro Achse bietet er bis zu 313 PS und 494 Nm Drehmoment – verzögerungsfrei und praktisch geräuschlos. Das sorgt für ein sehr souveränes Fahrgefühl – trotz knapp über 2 Tonnen Leergewicht. Diese Wertung geht also klar an den Stromer, der sich aber natürlich den weiterhin ver­breiteten Vorbehalten stellen muss: Reichweite und Aufladen.

Der Akku im Unterboden kann 64,7 kWh speichern, der Hersteller gibt eine Reichweite von bis zu 440 km an. Bei winter­lichen Bedingungen verbrauchte der ­Stromer rund 19 kWh/100 km, womit weiterhin rund 340 km möglich sind. Das Laden von 10 bis 80 Prozent, was einer Fahrstrecke von knapp 250 km entspricht, dauert an einer Schnellladestation mit mindestens 130 kW knapp 30 Minuten. Wer also nicht täglich mehrere hundert Kilometer abspulen muss, ist damit ausreichend versorgt.

Wer das mit dem X1 vorhat, sollte neben dem Benziner auch einen der angebotenen Diesel in Betracht ziehen. Denn der Benziner gönnt sich laut Werksangabe mindestens 6,5 l/100 km, was sich auch im Alltag als realistisch entpuppt – und das Problem eines reinen Benziners aufzeigt: Auf Langstrecken ist der Diesel die bessere und sparsamere Alternative, für kurze Strecken können Plug-in-Hybrid oder E-Antrieb mehr Effizienz bieten. Die Preise für den neuen BMW X1 starten bei 46 200 Franken.

Philipp Aeberli

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